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Seite 722

21.10.2020


 

 

Viele Leser haben gemeinsam mit Familienmitgliedern unsere Nachrichtenmitteilung verwendet:
Wir bedanken uns für eure solidarische Unterstützung gegen Lügenpropaganda!

 

Der Student
und der Tod
Wie man mit Panik und Hysterie Menschen umbringt
Veröffentlicht am 19. Oktober 2020 von Ped, Auszug

Erst werden die Toten erfunden, dann wird mit diesen fiktiven Opfern Politik gemacht und schließlich sterben – gefangen in Angst und Irrsinn – die Menschen tatsächlich. Im Hintergrund aber wird fleißig weiter “gestaltet”. Die angesichts der massenhaft grassierenden Angst tief Betroffenen, jene also die längst das hässliche Spiel um die uns servierte Pandemie durchschaut haben, dürfen deshalb nicht in Hoffnungslosigkeit verfallen.

Macht bedient sich der Ängste, um eigene Agenden – klandestine genauso wie allgemein bekannte – durch Brechung des Widerstandes für die eigenen oder durch andere beauftragte Interessen umzusetzen. Dieses pathologische Verhalten allein hätte jedoch kaum Erfolgsaussichten. Daher muss die zu beherrschende Masse mitspielen, mehr mitspielen als in der Rolle nur Gehorchender. Die Unterworfenen müssen zu Sprachrohren ihrer Herrscher werden.

https://peds-ansichten.de/2020/10/der-student-und-der-tod/

Der große
Neustart
Bill Gates verkündete im NBC-Interview den Corona-Fahrplan für die nächsten Jahre: vier Jahre Corona-Maßnahmen und zehn Jahre Wiederaufbau
von Jens Bernert bei Rubikon

Viele Menschen fragen sich in diesen Tagen, wie es wohl weitergeht. Wie lange werden Einschränkungen und Maskenpflicht bleiben? Noch über den Winter? Bis es einen Impfstoff gibt? Oder gar noch ein ganzes Jahr? Da hierüber noch weitgehend Unklarheit herrscht, ist es gut, einen Mann zu befragen, der offenbar über all das zu bestimmen hat. Nicht wir Bürger — offiziell der „Souverän“ in der Demokratie — werden entscheiden, wie wir in einem und in vier Jahren leben wollen; Bill Gates wird das für uns tun. Ein Mann ohne medizinische Ausbildung, den niemand auf der Welt je in ein politisches Amt gewählt hat. Bill Gates also, so sagte er es in seinem jüngsten Interview, will uns noch vier weitere Jahre quälen, vier weitere Jahre die Welt, wie wir sie gekannt haben, zerstören, um sie dann aufwendig und nach seinem Gusto wieder aufzubauen. Wenn wir ihn lassen ...
https://www.rubikon.news/artikel/der-grosse-reset-2

Repression
Ja, bitte!
Der Querdenken-Gründer Michael Ballweg fordert in einer satirischen Rede schärfere Hygieneschutz-Maßnahmen
von Roland Rottenfußer bei Rubikon

Wir hören es immer wieder in den Talkshows und auf der Straße oder lesen es in Zeitungsartikeln: Bürgerinnen und Bürger sind unzufrieden mit den Corona-Schutzmaßnahmen der Regierung. Diese sind ihnen nämlich viel zu lasch. Stattdessen wären mehr Härte und Strenge angebracht, vor allem gegen die Zweifler, „Maskenmuffel“ und „Coronaleugner“. Denen muss doch beizukommen sein.
https://www.rubikon.news/artikel/repression-ja-bitte

 

 

Corona Song von Dieter Hallervorden
Dieter Hallervorden ist dafür bekannt, Flagge zu zeigen
Satirisch, augenzwinkernd, humoristisch aber dennoch ernsthaft

Studie
Regierungen nutzen Coronakrise als Vorwand für Überwachung und Zensur
Die US-Organisation Freedom House sieht die Pandemie als Sargnagel für die Freiheit des Internets – und untermauert ihre These mit zahlreichen Beispielen.
https://www.heise.de/news/Studie-Regierungen-nutzen-Coronakrise-als-Vorwand-fuer-Ueberwachung-und-Zensur-4931353.html

Ralf Schumacher bei Instagram zur Coronakrise
Der ehemalige Formel-1-Rennfahrer Ralf Schumacher hat sich bei Instagram kritisch zu den Corona-Maßnahmen der Bundesregierung geäußert. Die Einleitung dazu ist etwas unglücklich, aber selbst mit einer solchen Absicherung haben es kritische Stimmen schwer in der veröffentlichten Meinung., Video:
http://blauerbote.com/2020/10/18/ralf-schumacher-bei-instagram-zur-coronakrise/

Schnellschuss Corona-Impfung
Punkt.PRERADOVIC Podcast mit Prof. Dr. Stefan Hockertz

„Normalerweise dauert die seriöse Herstellung eines neuen Impfstoffs ca. 10 Jahre. Der Toxikologe und Immunologe Prof. Stefan Hockertz befürchtet schwere Nebenwirkungen, Impfschäden und auch Tausende Todesopfer. Vor allem, weil es sich bei der geplanten mRNA-Impfung um eine ganz neue Art des Impfens handelt, die direkt in unseren körperlichen Mechanismus eingreift. So eine Art des Impfens wurde bislang noch nie zugelassen. Prof. Hockertz klagt an: das sind Menschenexperimente.“
http://blauerbote.com/2020/10/18/schnellschuss-corona-impfung-punkt-preradovic-podcast-mit-prof-dr-stefan-hockertz/

Lockdown und Maskenpflicht nutzlos
Punkt.PRERADOVIC mit Prof. DDr. Martin Haditsch

„Haditsch erläutert ausführlich und differenziert, warum seiner Meinung nach die Panikmache falsch und unseriös ist, dass öffentliche Stellen Fakten falsch interpretierten und warum das Horrorbeispiel Italien in keinster Weise vergleichbar mit den Verhältnissen in Deutschland und Österreich sei. Ein Gespräch über Masken, PCR-Tests, traumatisierte Kinder.“
http://blauerbote.com/2020/10/18/lockdown-und-maskenpflicht-nutzlos-punkt-preradovic-mit-prof-ddr-martin-haditsch/

 

Corona-Ausschuss:
"Imperativ der Aufmerksamkeit"
Die neunte Anhörung der Stiftung Corona-Ausschuss behandelte die Rolle der Medien in der Corona-Krise. Neben einem Blick auf die Situation in Schweden und die Berichterstattung darüber ging es um grundlegende Fragen zur Organisation der Medien...
https://deutsch.rt.com/gesellschaft/107823-corona-ausschuss-imperativ-der-aufmerksamkeit-teil-1/

Uni-Stanford-Studie: Sterblichkeitsrate bei Covid-19 geringer als 0,2 Prozent
Die von «offiziellen Stellen» gemeldeten Zahlen sind dagegen über zehnmal höher:
https://corona-transition.org/uni-stanford-studie-sterblichkeitsrate-bei-covid-19-geringer-als-0-2-prozent

«Ärzte für Aufklärung» beziffern Anzahl der Toten durch Covid-19 Impfung in Deutschland auf 80’000
Die Zahlen legte der ehemalige Direktor des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf vor:
https://corona-transition.org/arzte-fur-aufklarung-beziffern-anzahl-der-toten-durch-covid-19-impfung-in

Ein neues Zeitalter globaler Repression
«es liegen Revolutionen in der Luft»
Geert Mak zu den Folgen staatlicher Corona-Massnahmen:
https://corona-transition.org/ein-neues-zeitalter-globaler-repression

Dringend gebraucht
Ein weiterer Lockdown
Ein Kommentar von Ernst Wolff, mit Video, Auszug

Die meisten Menschen glauben immer noch, dass es in der Corona-Krise um Gesundheitsfragen geht und ein Großteil von ihnen hofft darauf, dass der Alptraum der vergangenen Monate bald vorbei ist. Um es kurz zu machen: Ihr Glaube trügt und sie hoffen vergebens.

Weder ist die von der WHO ausgerufene Pandemie so bedrohlich wie sie vielfach dargestellt wird, noch ist den Politikern die Gesundheit von uns allen plötzlich so wichtig, dass sie ihr alles andere unterordnen. Tatsächlich wird die Pandemie dazu benutzt, um eine Agenda zu verwirklichen, die ohne sie wohl kaum durchzusetzen wäre.
https://kenfm.de/dringend-gebraucht-ein-weiterer-lockdown-von-ernst-wolff/

Beate Bahner
Der größte Rechtsskandal ist der Shutdown
VIDEO: https://m.youtube.com/watch?v=ldPIr2Sxo1o

Die Macht des Wissens
Pramod Ranjan wirft einen Blick aus Indien auf die Coronakrise und das wissenschaftliche Verständnis von der Welt, das oft erwähnt, aber meist ignoriert wird, sowie die Frage, wem das nutzt
von Pramod Ranjan bei Rubikons Weltredaktion
Die übertriebene Angst vor Covid-19 hat die menschliche Zivilisation und Kultur in Gefahr gebracht. Die Richtung, in die sich die Menschheit bewegte, brachte ihre eigenen Probleme mit sich, aber diese neue Krise hat es zwingend erforderlich gemacht, zu untersuchen, welchen Weg wir in Zukunft einschlagen sollten. Auch müssen wir näher darauf eingehen, was genau Wissenschaft ist und wie sehr wir uns auf sie verlassen können. Sind Wissenschaft und das Verständnis über die Wissenschaft dasselbe? Oder besteht ein fundamentaler Unterschied zwischen beiden? Es ist notwendig, die Absichten der Wissenschaft zu hinterfragen und ihnen zu misstrauen...
https://www.rubikon.news/artikel/die-macht-des-wissens

Corona
Wie man mit Zahlen jongliert
Die Angst vor einer zweiten Coronawelle hält die Welt noch immer in Atem. Obwohl es kaum noch Tote und nur wenige Krankenhausfälle gibt, steigen die „Fallzahlen“ angeblich stetig und liefern somit ein Argument, um die vielen Zwangsmaßnahmen beizubehalten oder gar zu verschärfen. Bloß sind die Zahlen absolut bedeutungslos – lesen Sie hier, warum das so ist:
https://www.zeitenschrift.com/artikel/corona-wie-man-mit-zahlen-jongliert
 

 

Das ist der Dank
Russland sollte Europa die rote Karte zeigen
von Finian Cunningham bei Antikrieg

 

Die Arroganz der Europäischen Union gegenüber Russland ist zu weit gegangen, nachdem der Block diese Woche Moskau wegen der dubiosen Navalny-Affäre mit Sanktionen belegt hat.

Seit Wochen häufen sich die Andeutungen, dass die russische Regierung irgendwie für die angebliche Vergiftung der Oppositionsfigur Alexej Navalny verantwortlich sei. Nun hat die Europäische Union die Unterstellung des Fehlverhaltens durch die Verhängung von Sanktionen gegen mehrere hohe russische Beamte formalisiert.

Wir waren hier schon früher mit ähnlichen Provokationen konfrontiert, darunter die Skripal-Farce, der Abschuss eines malaysischen Flugzeugs über der Ukraine und fadenscheinige Behauptungen, Russland bedrohe die europäische Sicherheit, um nur einige zu nennen.

Dies ist jedoch ein lächerlicher Schritt zu weit. Es wurden keine Beweise zur Untermauerung der europäischen Behauptungen gegen Russland in Bezug auf die Navalny-Saga vorgelegt. Alle Bemühungen Moskaus um Zusammenarbeit bei der Untersuchung dessen, was geschah, als er am 20. August erkrankte, wurden abgeblockt.

Russland war von Anfang an transparent. Navalny wurde erlaubt, umgehend zur medizinischen Behandlung nach Deutschland zu reisen. Und russische Ärzte, die ihm das Leben retteten, legten analytische Daten vor, die zeigten, dass es in seinem Körper keine toxische Substanz gab. Dennoch haben die Deutschen alle russischen Forderungen nach gegenseitiger Transparenz von ihrer Seite zurückgewiesen, um ihre außergewöhnlichen Behauptungen zu untermauern, dass Navalny mit einem militärischen Nervengas vergiftet wurde.

Der russische Dissident wurde von den europäischen Führern in absurder Weise als internationaler Staatsmann gepriesen und in den Medien in den Vordergrund gerückt, um skurrile Behauptungen gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin aufzustellen.

Die verblüffende Vernachlässigung des Rechtsweges durch die Europäer sowie die Missachtung diplomatischer Normen in ihrer Kommunikation mit Moskau zeigen, dass sie normaler bilateraler Beziehungen unwürdig sind. Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte diese Woche Recht, als er vorschlug, dass Moskau künftig den Dialog mit den europäischen Hauptstädten abbrechen könnte.

Navalny ist eine zwielichtige Gestalt, von der manche sagen würden, sie sei eine professionelle Eintagsfliege, die im Auftrag der westlichen Geheimdienste arbeitet, um die russische Innenpolitik zu verschlimmern und im Gegenzug Futter für die ausländische Einmischung in die Angelegenheiten Russlands zu liefern.

Die Tatsache, dass diese zwielichtige Persönlichkeit - die innerhalb Russlands kaum öffentliche Unterstützung genießt - von westlichen Regierungen und Medien gepriesen und gefeiert wird, verdeutlicht die wahre Agenda gegenüber Russland. Nämlich der Regimewechsel.

Die empörende Verletzung diplomatischer und rechtlicher Normen im Zusammenhang mit der seltsamen Navalny-Affäre durch die Europäische Union zeigt, dass europäische Politiker ihn insgeheim für legitimer halten als die gewählte Regierung in Russland.

Die Doppelmoral und Heuchelei hier ist erschütternd. Russland wird routinemäßig beschuldigt, sich in westliche so genannte Demokratien einzumischen, und doch sind sie es, die versuchen, mit Pferd und Wagen durch die souveränen Angelegenheiten Russlands zu fahren, während sie seine politischen Führer mit Beleidigungen überhäufen.

Das ist also der Dank, den Russland erhält? Wenn Russland nicht in Syrien eingegriffen hätte, um diesen Krieg zu beenden, würde die levantinische Nation höchstwahrscheinlich von kopfabschlagenden Dschihadisten überrannt werden, die sich in Scharen auf den Weg nach Europa machen würden.

Das ist der Dank, den Russland dafür erhält, dass es Europa jahrzehntelang mit wirtschaftlichem Kohlenwasserstoff-Treibstoff versorgt hat.

Das ist der Dank, den Russland dafür erhält, dass es versucht, den Frieden und die strategische Stabilität von Atomwaffen auf dem europäischen Kontinent zu erhalten, während Europas so genannter amerikanischer Verbündeter sein Bestes tut, um Rüstungskontrollverträge zu zerreißen und einen Schatten der Vernichtung über Europa zu werfen.

Das ist der Dank, den Russland dafür erhält, dass es Europa vor sieben Jahrzehnten vor Faschismus und Völkermord gerettet hat, nur dass dieses edle Opfer mit schmutzigen revisionistischen Ansprüchen auf Russland zurückgeworfen wurde.

Zu lange hat Russland westliche Staaten als "Partner" bezeichnet, während die Realität so aussieht, dass Washington und seine europäischen Vasallen auf höchst feindselige und antagonistische Weise handeln, um Russland zu schaden.

Die Welt verändert sich, und der globale Dreh- und Angelpunkt befindet sich nicht mehr in den zerfallenden, bankrotten westlichen Altnationen. Russland kann auf das Wachstum Chinas und Eurasiens als den zukünftigen Motor der Entwicklung blicken. Moskau sollte den Europäern höflich aber bestimmt sagen, dass ihre dummen, erniedrigenden Sanktionen Konsequenzen haben. Europa sanktioniert sich selbst davon, das Privileg normaler Beziehungen zu Russland zu haben.

Es ist an der Zeit, dass Russland Europa (und den Vereinigten Staaten von Amerika) ein paar rote Karten für ihr offensives Verhalten zeigt. Die Abkehr vom Nord-Stream-2-Projekt, an dem die Europäer und Amerikaner viel zu lange herumgepfuscht haben, könnte eine solche Rote Karte sein. Lassen Sie die Europäer für das teure Gas bezahlen, das ihre Führer anscheinend haben wollen, und lehnen Sie sich dann zurück und sehen Sie zu, wie die sozialen Revolten in Europa wüten.

Es fällt ihnen auf ihre eigenen Köpfe.

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Antikrieg



 

Massenklage gegen Drosten und WHO
Rechtsanwalt Dr. Reiner Fuellmich bereitet eine Massenklage gegen Drosten, WHO und RKI vor. Im Mittelpunkt steht der PCR-Test. Es geht um Milliarden. Dr. Reiner Fuellmich im Gespräch mit Michael Mross von MMNewsTV
VIDEO:
https://www.youtube.com/watch?v=yKRhAs-qm6I
https://kenfm.de/massenklage-gegen-drosten-und-who/

 

 

Corona Transition:
Das Corona Transition Online-Interview mit Prof. Christian Drosten
veröffentlicht am 20. Oktober 2020 von VG.

 

Wir haben den Chefvirologen der Charité, Prof. Christian Drosten, zu Covid-19 und seiner Dissertation befragt:

Prof. Christian Drosten erhielt unsere Fragen per E-Mail. Wir haben ihm und der Pressestelle der Charité die Spielregeln erklärt: Für die Beantwortung werden fünf Tage eingeräumt. Auf diese Weise sollte Prof. Drosten die Möglichkeit erhalten, seine Antworten in Ruhe schriftlich verfassen und per Mail übermitteln zu können — in der gebotenen wissenschaftlichen Tiefe und der aus seiner Sicht nötigen Länge. Anschliessend, so machten wir von Beginn an deutlich, würden wir das Interview mit den eingegangenen Antworten im Originalwortlaut und unverändert publizieren.

Corona Transition: Herr Prof. Drosten, die Zahlen des RKI zeigen einen deutlichen Anstieg der Infektionen mit SARS-CoV-2, bei seit Mai praktisch auf sehr niedrigem Niveau liegenden Todesfallzahlen. Wir erklären Sie sich diesen Unterschied?

Prof. Christian Drosten: —

Corona Transition: Der Berliner Senat hat zwischen 23 und 6 Uhr eine Sperrstunde verhängt. Warum soll diese Maßnahme aus virologischer Sicht etwas bringen?

Prof. Christian Drosten: —

Corona Transition: Bei den kommenden Impfstoffen handelt es sich um Vakzine, die nicht nach den üblichen klinischen Standards getestet werden können, weil die Zeit fehlt. Johnson & Johnson musste ebenso wie AstraZeneca die Phase 3 abbrechen, weil es zu teils erheblichen Nebenwirkungen kam. Welchen Sinn sehen Sie in der Impfung der Bevölkerung mit Vakzinen, deren Sicherheit laut RKI erst nach der Zulassung überprüft werden kann?

Prof. Christian Drosten: —

Corona Transition: mRNA-Impfstoffe wurden bislang nie zugelassen und auch nicht angewendet. Ausgerechnet jetzt sollen sie Milliarden Menschen verabreicht werden, wenn es nach Willen der WHO geht. Glauben Sie, dass die Pharmaindustrie, die bei Schäden von der EU entschädigt würde, in erster Linie Umsätze auf Kosten der Sicherheit generieren will?

Prof. Christian Drosten: —

Corona Transition: Sie haben sich bereits mit SARS intensiv beschäftigt, aus unserer Sicht war die Epidemie damals weitaus gefährlicher als Covid-19. Auch bei MERS lag die Sterblichkeit deutlich höher, trotzdem gab es keine Lockdowns. Warum muss das heute so sein?

Prof. Christian Drosten: —

Corona Transition: Die Charité hat bereits im März 2020 auf das von Bayer angebotene Hydroxychloroquin aufmerksam gemacht. Es gibt Ärzte, die eine Wirksamkeit erkennen wollen, Studien wiederum sagen aus, dass HCQ nicht wirkt. Was genau muss ein Wirkstoff gegen SARS-CoV-2 auf molekularbiologischer Ebene eigentlich können müssen?

Prof. Christian Drosten: —

Corona Transition: Und wie genau kann der Erreger daran gehindert werden, sich im Körper weiter zu replizieren?

Prof. Christian Drosten: —

Corona Transition: Kommen wir zu Ihrer Promotionsschrift, die auch wir bis Juli 2020 nirgendwo fanden, weil sie weder in der Deutschen Nationalbibliothek, noch in der Universitätsbibliothek Frankfurt katalogisiert oder vorhanden war. Laut Promotionsordnung der Universität Frankfurt müssen die Schriften generell abgegeben werden, weil ansonsten der Doktortitel nicht erteilt werden kann. Warum haben Sie Ihre Promotionsschrift erst 17 Jahre nach Ihrer mündlichen Prüfung eingereicht?

Prof. Christian Drosten: —

Corona Transition: Und wann genau haben sie Ihre Dissertationsschrift nach der mündlichen Prüfung abgegeben?

Prof. Christian Drosten: —

Corona Transition: In Ihrer Promotion zeigten Sie auf, dass die Post-PCR Effekte bei Anwendung der damaligen Gelelektrophorese zu falsch positiven Ergebnissen führen können und auch Kontaminationen einen grossen Schwachpunkt darstellten. Daher lieferten Sie ein Anwendungsmodell für den Einsatz einer 1991 von Kary Mullis beschriebenen und von Roche und Applied Biosciences patentierten PCR-Methode bei HIV und HBV. Was genau konnten Sie herausfinden?

Prof. Christian Drosten: —

Corona Transition: Sie schrieben in Ihrer Promotionsschrift, dass das Verfahren noch vor Abschluss Ihrer Promotion zum Einsatz kam. Warum könnte man das, was Sie damals im Zusammenhang mit HIV und HBV herausfanden, als Durchbruch bezeichnen?

Prof. Christian Drosten: —

Corona Transition: In der Diskussion um die eingesetzte PCR-Technologie wird viel der Fokus auf falsch positive Ergebnisse gelegt. Weitaus dramatischer wären jedoch falsch negative Ergebnisse, weil Infizierte dadurch als virusfrei gelten, während sie den Erreger in sich tragen. Welchen Anteil machen falsch negative Ergebnisse an den Testungen von heute aus?

Prof. Christian Drosten: —

Corona Transition: Politiker wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verfügen über keinerlei wissenschaftlichen Background, um die Feinheiten analytischer PCR-Verfahren oder der Virologie im Detail verstehen zu können. Trotzdem fordern sie nahezu jede Woche neue Vorgehensweisen gegen Covid-19: Mehr Tests, Fieberzentren, Alkoholverbote, Beherbergungsverbote, Impfzentren in Massenhallen, Kontaktverbote, weniger Partys, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Halten Sie diese Maßnahmen noch für angebracht?

Prof. Christian Drosten: —

Corona Transition: Und wie lange werden wir so leben müssen?

Prof. Christian Drosten: —

Corona Transition: Zum Schluss eine persönliche Frage: Anders als die meisten Ihrer Kolleginnen und Kollegen avancierten zum medialen Star und Rechtfertiger der politisch verhängten Maßnahmen. Was treibt Sie an?

Prof. Christian Drosten: —

Corona Transition: Herr Prof. Drosten, vielen Dank für das Gespräch.

Anmerkung der Redaktion: Eine Antwort erhielten wir von der Pressestelle der Charité. Darin heisst es:
«Leider steht Herr Prof. Drosten aktuell nicht zur Verfügung. Das wird sich wohl auch in absehbarer Zeit nicht ändern. Wir bitten um Verständnis, dass er in der momentanen Situation den großen Mengen von Anfragen nur sehr eingeschränkt nachkommen kann».

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Corona Transition

 

 

Der Pandemieplan von 2012 hat mit
der Realität von 2020 nichts zu tun
von Peter Haisenko

 

Es war wohl richtig, 2012 eine Risikoanalyse zu einer Pandemie zu erstellen und in einem Bericht zu veröffentlichen. In diesem Bericht kann man alles nachlesen, was wir jetzt erleiden müssen. Man geht also nach diesem Plan vor. Die Sache hat einen Haken: Diese Risikoanalyse geht von 7,5 Millionen Toten aus.

Am 3.01.2013 hat die Bundesregierung mit der Drucksache 17/12051 die Bevölkerung „unterrichtet“, über ihre „Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2012“. Die besteht aus zwei Teilen. Teil eins befasst sich mit extremen Hochwasserereignissen aus den Mittelgebirgen. Teil zwei ist überschrieben mit Risikoanalyse „Pandemie durch Virus Mode-SARS“. Liest man da hinein, überkommt einen ein Déjà-vu-Erlebnis. Man fragt sich, ob die Analysten derart genial ein mögliches Ereignis vorhergesehen haben, oder ob der reale Ablauf der Risikoanalyse angepasst worden ist. Ich zitiere von Seite 5:

(hier der Link zur Veröffentlichung der Bundesregierung: https://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/120/1712051.pdf )

„Das Szenario beschreibt eine von Asien ausgehende, weltweite Verbreitung eines hypothetischen neuen Virus, welches den Namen Modi-SARS-Virus erhält. Mehrere Personen reisen nach Deutschland ein, bevor den Behörden die erste offizielle Warnung durch die WHO zugeht. Darunter sind zwei Infizierte, die durch eine Kombination aus einer großen Anzahl von Kontaktpersonen und hohen Infektiosität stark zur initialen Verbreitung der Infektion in Deutschland beitragen.“ Erinnern wir uns dazu an die Realität von 2020: Zwei Mitarbeiter von Webasto hatten aus China als erste das Virus eingeschleppt. Dass beide keine besonderen Symptome entwickelt hatten, ist mittlerweile bekannt.

Horrorszenario im Planspiel

So weit so real. Dann aber versteigt sich die Risikoanalyse von 2012 in wahre Horrorszenarien: „Zum Höhepunkt der ersten Erkrankungswelle nach ca. 300 Tagen sind ca. 6 Millionen Menschen in Deutschland an Modi-SARS erkrankt. Das Gesundheitssystem wird vor immense Herausforderungen gestellt, die nicht bewältigt werden können.“ Ist das nicht genau das, was man uns von März an andauernd prophezeit hat? Es geht weiter: „Nachdem die erste Welle abklingt, folgen zwei weitere, schwächere Wellen, bis drei Jahre nach dem Auftreten der ersten Erkrankungen ein Impfstoff verfügbar ist.“ Ist das nicht genau das, was wir seit einem halben Jahr immer wieder eingetrichtert bekommen?

Von Seite 55 an geht diese Risikoanalyse mit einem „Risikoszenario“ ins Detail. Es beginnt mit der Eintrittswahrscheinlichkeit: „Klasse C: bedingt wahrscheinlich, ein Ereignis, das statistisch in der Regel einmal in einem Zeitraum von 100 bis 1.000 Jahren eintritt.“ Hätten wir damit folglich das Pandemierisiko für die nächsten 100 bis 1.000 Jahre „abgearbeitet“? Wohl kaum, denn der rasche Eintritt des Risikoszenarios fällt schon aus dieser Prognose. Es folgt eine Prognose zum Schadensausmaß. In folgenden Kategorien wird der höchste Schaden angenommen, Klasse „E“ oder auch absolut katastrophal: Tote, Verletzte/Erkrankte, Hilfsbedürftige...Auswirkungen auf die öffentliche Hand, private Wirtschaft, private Haushalte, die öffentliche Sicherheit und Ordnung, politische und psychische Auswirkungen. All das müssen wir gerade erleben. Die Risikoanalyse liegt hier also richtig? Im Prinzip schon, aber...

78 Millionen Erkrankte und 7,5 Millionen Tote innerhalb von drei Jahren

Da müssen wir jetzt ins „Szenario“ einsteigen (Seite 57): Wir finden auf Seite 58 einen alten Bekannten: „Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Übertragung des Virus auf einen Menschen bis zu den ersten Symptomen der Erkrankung, beträgt meist drei bis fünf Tage, kann sich aber in einem Zeitraum von zwei bis 14 Tagen bewegen. Fast alle Infizierten erkranken auch. Die Symptome sind Fieber und trockener Husten, die Mehrzahl der Patienten hat Atemnot, in Röntgenaufnahmen sichtbare Veränderungen in der Lunge, Schüttelfrost, Übelkeit und Muskelschmerzen. Ebenfalls auftreten können Durchfall, Kopfschmerzen, Exanthem (Ausschlag), Schwindelgefühl, Krämpfe und Appetitlosigkeit.“ Interessant daran ist die hier schon vorgenommene Unterscheidung zwischen „Infizierten“ und „Erkrankten“, die in der Realität unter den Tisch fällt.

Hat man also die Zukunft genial vorhergesehen? Hat man nicht, wie der folgende Passus auf derselben Seite belegt: „Die Letalität ist mit 10% der Erkrankten hoch...“ Hier ist das Risikoszenario bereits fern der Realität. Aber es geht weiter, wieder mit einem alten Bekannten: „Es ist so lange mit Neuerkrankungen zu rechnen, bis ein Impfstoff verfügbar ist. Für das vorliegende Szenario wird ein Gesamtzeitraum von drei Jahren zugrunde gelegt mit der Annahme, dass nach dieser Zeit ein Impfstoff entwickelt, freigegeben und in ausreichender Menge verfügbar ist.“ Was wir also unablässig von Spahn, Merkel, Söder und Co. eingetrichtert bekommen, hört sich an, wie direkt aus dem Risikoszenario abgeschrieben.

Liest man weiter, wird auf Seite 64 unübersehbar, wie weit diese Risikoanalyse von der Realität entfernt ist: „Über den Zeitraum der ersten Welle (Tag 1 bis 411) erkranken insgesamt 29 Millionen, im Verlauf der zweiten Welle (Tag 412 bis 692) insgesamt 23 Millionen und während der dritten Welle (Tag 693 bis 1052) insgesamt 26 Millionen Menschen in Deutschland. Für den gesamten zugrunde gelegten Zeitraum von drei Jahren ist mit mindestens 7,5 Millionen Toten als direkte Folge der Infektion zu rechnen.“ Abgesehen davon, dass diese Prognose unsauber formuliert ist – insgesamt? – wird wohl davon ausgegangen, dass während der Pandemie 78 Millionen, also fast alle, erkranken. Bei der angenommenen Letalität von 10 % ist die Annahme schlüssig, mit 7,5 Millionen Toten zu rechnen. Machen wir dazu einen „Faktencheck“.

Soll das Szenario von 2012 unbedingt nach Plan durchgeführt werden?

Von „Tag 1“ bis heute sind etwa 200 Tage vergangen. Während dieser Zeit sind knapp 300.000 als positiv auf Corona getestet registriert. Von Infizierten zu sprechen, wäre selbst nach der Definition des RKI falsch. Wie viele davon tatsächlich erkrankt sind, steht in den Sternen. Auch die Anzahl an oder mit Corona Verstorbener von knapp 10.000 entspricht nicht der Realität. Die genauere Analyse von Fachärzten in USA – das CDC selbst – und hierzulande verlangt eine Reduzierung dieser Zahlen mindestens im Faktor 10. Vielleicht sind in Deutschland also etwa 1.000 an Corona verstorben, aber nicht einmal das ist gesichert. Folgt man dem Risikoszenario haben wir also noch etwa 200 Tage Zeit, um 29 Millionen Erkrankte(!) und drei Millionen Tote „nachzuarbeiten“. Die Infektions- und Totenzahlen müssten im Faktor 100 zunehmen, um dem Szenario nahe zu kommen.

Warum zeige ich das alles auf? Ganz einfach. Die in dieser Risikoanalyse und diesem Risikoszenario beschriebenen Maßnahmen sind punktgenau durchgeführt worden und werden weiterhin abgearbeitet, obwohl das Risikoszenario nichts, aber auch gar nichts mit der Realität gemein hat. Da muss sich doch die Frage stellen, ob unsere Häuptlinge nicht in der Lage sind diese Unterschiede zu erkennen und sich zu korrigieren oder ob das Szenario von 2012 unbedingt nach Plan durchgeführt werden soll, aber leider nicht so abläuft, wie es geplant war. Der nächste Auszug aus der Risikoanalyse kann da vielleicht weiter helfen.

Auf Seite 69 findet sich folgendes: „Die zuständigen Behörden, zunächst die Gesundheitsämter und dort vornehmlich die Amtsärzte, haben Maßnahmen zur Verhütung übertragbarer Krankheiten zu ergreifen. Das IfSG erlaubt dazu unter anderem Einschränkungen von Grundrechten (§ 16 IfSG), wie z. B. das Recht auf die Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 Absatz 1 GG). Im Rahmen von notwendigen Schutzmaßnahmen können zudem das Grundrecht der Freiheit der Person (Artikel 2 Absatz 2 Satz 2 GG) und die Versammlungsfreiheit (Artikel 8 GG) eingeschränkt werden (§ 16 Absatz 5 bis 8 und § 28 IfSG). Neben diesen direkt vom Amtsarzt anzuordnenden Maßnahmen kann das Bundesministerium für Gesundheit durch eine Rechtsverordnung anordnen, dass bedrohte Teile der Bevölkerung an Schutzimpfungen oder anderen Maßnahmen der spezifischen Prophylaxe teilzunehmen haben (§ 20 Absatz 6 IfSG), wodurch das Recht auf körperliche Unversehrtheit (Artikel 2 Absatz 2 Satz 1 GG) eingeschränkt werden kann.“

„Positiv getestet“ und „infiziert“ ist ein großer Unterschied

Massiver kann in die Grundrechte und unsere Freiheit nicht eingegriffen werden. Selbst Zwangsimpfungen sind nicht tabu und wir erleben die erste Stufe dazu, nämlich Zwangstests, wenn man reisen will. Vergessen wir nicht, dass seit 2012 das IfSG mehrfach novelliert worden ist, mit noch weitergehenden Rechten zur Beschneidung der Grundrechte. Auf den folgenden Seiten wird alles beschrieben, was wir gerade erleben. Vom Verteilen von Geld mit der Gießkanne über Reiseverbote bis hin zu Urlaubssperren und der vornehmlichen Aufrechterhaltung von Infrastruktur und die gezielte Nutzung der Medien.

Der Punkt ist folglich, dass die Regierung punktgenau ein Szenario abarbeitet, das zwar in einem Planspiel detailliert ausgearbeitet ist, das aber in der Realität nicht existiert. Wir erleben auch, dass mit allen Mitteln, mit Massentestungen (1,4 Millionen pro Woche) an Symptomfreien, versucht wird, die Vorgaben der Risikoanalyse irgendwie herzustellen. Auch mit Begriffsverfälschungen. Das RKI selbst beschreibt den Unterschied zwischen „positiv getestet“ und „infiziert“, serviert aber der Öffentlichkeit wider besseres Wissen positiv Getestete als Infizierte. Man operiert wie geplant mit Angst und Panik.

So kann ich nicht anders, als das Handeln unserer Regierungen als Theaterinszenierung zu bezeichnen, wider besseres Wissen. Selbst einem mittelmäßig begabten Bankkaufmann sollte auffallen, wenn er mit einer vorgefertigten Agenda einfach an der Realität vorbei läuft. Die Risikoanalyse beschreibt haarklein die katastrophalen Auswirkungen auf Wirtschaft und Psyche. Spätestens nachdem nicht zu übersehen ist, dass die vorgefertigte Agenda nicht zur Realität passt, muss sie eingestellt werden, um die prognostizierten Schäden einzudämmen. Aber da müssten Merkel, Spahn, Söder und Co. ja eigene, angepasste Verfahren entwickeln. Vielleicht liegt hier das Problem: Sie sind dazu nicht fähig und so müssen sie an dem festhalten, was echte Fachleute vor Jahren als ultimative Handlungsanweisung für einen echten Katastrophenfall vorformuliert haben – auch wenn es ihn nicht gibt.

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Anderwelt

 

Von Schweden lernen
Heute ist offensichtlich, dass der schwedische Weg in der Corona-Frage der klügere war
Deutschland, das noch immer am Panikmodus festhält, sollte dies endlich begreifen
von Christian Kreiß bei Rubikon

 

Schon peinlich, wenn es zu einer angeblich alternativlosen Politik eine Alternative gibt — noch dazu eine, die funktioniert. Während Deutschland wie gebannt auf weitgehend irrelevante „Infektionszahlen“ starrt und Angela Merkel „die Zügel anzieht“, als sei die Bevölkerung ein bockiges Pferd, sind die Schweden weitaus besser durch die Krise gekommen: Ein Wirtschaftsabsturz blieb weitgehend aus ebenso wie eine „zweite Welle“. Die Anzahl der „an und mit Corona“ Verstorbenen hält sich in Grenzen. Die Menschen im Land sind weniger verstört als bei uns, es herrscht eine lockere, vertrauensvolle Atmosphäre. Es scheint, als wäre Schweden ein weitgehend freies Land geblieben, während die Deutschen — im übertragenen Sinn — hinter schwedischen Gardinen vegetieren. Wäre dies nicht der richtige Zeitpunkt für die Verantwortlichen in Staat und Medien, zurückzurudern und vom Beispiel des skandinavischen Landes zu lernen? Stattdessen wird stur am Mythos vom „gescheiterten schwedischen Modell“ festgehalten.
Offene Universitäten, fast keine Gesichtsmasken, nie komplette Schulschließungen, nie ein Zwangslockdown, Corona-Todeszahlen seit Monaten nahe null, deutlich schwächerer Anstieg der Covid-19-Neuinfektionen als in den meisten anderen Ländern Europas, nur halb so hohe Infektionszahlen wie beim Peak im Juni 2020 und vor allem: offenbar keine Panik vor steigenden Corona-Fallzahlen; keine Panik vor steigenden Todeszahlen wie in halb Europa und vielen anderen Ländern der Erde; keine Wut, keine Aggression in der Bevölkerung; keine Denunziationen — sondern Vertrauen und Toleranz bei einem gleichzeitig sehr viel schwächeren Wirtschaftsabsturz als in den allermeisten Industrieländern, die harte, staatlich verordnete Zwangslockdowns durchführten, beispielsweise nur halb so stark wie in Deutschland.

Zu schön, um wahr zu sein? Nein, Schweden, Mitte Oktober 2020.

Im Gegensatz dazu die Situation in Deutschland: Angst- und Panikverbreitung auf allen Kanälen über rasend steigende Infektions- und Todeszahlen; Denunziationsaufforderungen und ein Denunziationsportal; Streit um Beherbergungsverbote; Kinder, selbst im Grundschulalter mit Masken im Unterricht; weitgehend geschlossene Universitäten; Drohung eines neuen harten Lockdowns durch Politiker; Maskenzwang im Freien; Aggression, Furcht, Drohungen, Beschimpfungen und gereizte Stimmung im öffentlichen Leben; ein häufig verstörtes tägliches Miteinander.

Welcher Corona-Weg war und ist der klügere? Der schwedische oder der deutsche?

Die Sichtweise deutscher Medien zu Schweden

Zunächst soll ein Blick auf die Berichterstattung über den schwedischen Corona-Weg in den deutschen Massenmedien geworfen werden. Hier wird seit Monaten exzessiv und mit großer Freude das beliebte Schwedenbashing betrieben. Nur ein paar wenige Beispiele dazu. Am 12. Mai 2020 titelte die Süddeutsche Zeitung (SZ): „Coronavirus in Schweden: Tödlicher Sonderweg“.

Diese Sichtweise bestätigte ein Essay des SZ-Chefredakteurs Dr. Marc Beise am 24. August mit dem Titel „Corona und Wirtschaft: Warum der Lockdown sinnvoll war“. Schwedens Corona-Politik sei einfach nur falsch gewesen, habe viel zu viele Tote gekostet und dabei nicht einmal einen wirtschaftlichen Vorteil gebracht.

Der Spiegel titelte am 20. Juni 2020 „Schwedens tödlicher Corona-Irrtum“ und am 25. Juni „Warum Schweden so viele Covid-19-Tote hat (…) Die Eindämmung des Virus ist gescheitert.“ Diese Spiegel-Nachrichten kamen zu einem Zeitpunkt, als sich die Zahl der Covid-19-Toten in Schweden bereits auf ein Drittel reduziert hatte.

Bei ntv lautete am 20. August 2020 die Überschrift „Covid-19 treibt die Zahl. Schweden zählt meiste Tote seit 150 Jahren“. Am gleichen Tag schrieb die Bild-Zeitung „Wegen Corona: Schweden hat die meisten Todesfälle seit 150 Jahren (…) In der ersten Hälfte dieses Jahres verzeichnete Schweden so viele Todesfälle wie seit 150 Jahren nicht. Bis Ende Juni starben rund 4.500 Menschen an Covid-19.“ Und der Volksverpetzer“ formulierte ebenfalls am 20. August: „Schweden: Tödlichstes Jahr. Das widerlegt alle, die Schweden lobten: So viele Tote wie seit 150 Jahren nicht“.

Die drei letztgenannten Medien (sowie zahlreiche andere) haben einfach die Reuters-Meldung vom Vortag mit der Überschrift „Schweden registriert höchste Anzahl an Toten seit 150 Jahren in den ersten sechs Monaten von 2020“ (Originaltitel: Sweden records highest death tally in 150 years in first six months of 2020“) nicht nur abgeschrieben, sondern dabei den Reuters-Hinweis auf die stark gestiegene schwedische Bevölkerung in den vergangenen 150 Jahren interessanterweise weggelassen.

Ein Blick auf die Wirklichkeit

Schweden verzeichnete im ersten Halbjahr 2020 501 Sterbefälle pro 100.000 Einwohner. In vier Jahren der vergangenen Dekade war die Sterblichkeit im ersten Halbjahr höher: 2010 gab es 504 Sterbefälle, 2012 515, 2013 512, 2015 504. Das Jahr 2020 bildet damit ziemlich genau den Median der vergangenen zehn Jahre, liegt also ziemlich genau in der Mitte. Betrachtet man die Sterbezahlen bis Ende August, so liegt das Jahr 2020 an sechster Stelle innerhalb der elf Jahre seit 2010 und bildet damit exakt den Median. Von Übersterblichkeit oder gar einer Pandemie kann man da schwerlich sprechen, sonst hätte in diesen elf Jahre in Schweden mindestens sechsmal eine Pandemie ausgerufen werden müssen.

Zur oft gehörten Aussage „höchste Todeszahl in Schweden im ersten Halbjahr 2020 seit 150 Jahren“ zeigen die realen Zahlen Folgendes: Im schlimmen Jahr 1869, als unter anderem wegen einer Hungerkrise die Sterblichkeit in Nordeuropa besonders hoch war, betrug in der ersten Jahreshälfte die Anzahl der Sterbefälle je 100.000 Einwohner mehr als 1.300. Im ersten Halbjahr 2020 belief sich die Sterblichkeit auf 501 Tote pro 100.000 Einwohner, betrug also weniger als 40 Prozent der Sterblichkeit des Jahres 1869. Die zahlreichen Medien — zu denen auch das Schwedische Statistikamt gehört —, die behaupteten, 2020 sei das schlimmste Todesjahr in Schweden seit 150 Jahren, informieren also äußerst irreführend, denn man unterlässt den Bezug zur Größe der Bevölkerung, die sich in diesen 150 Jahren etwa verzweieinhalbfacht hat. So einfach trickst man mit Statistiken.

Die realen Zahlen zu Schweden zeigen also ziemlich genau das Gegenteil dessen, was die deutschen Leitmedien meistens berichteten: Es war und ist keine Pandemie und keine Übersterblichkeit in Schweden erkennbar, sondern ganz normale Sterblichkeit. Die oben angeführten deutschen Medien-Meldungen waren alle unzutreffend, falsch und irreführend. Der Volksverpetzer, der meiner Meinung nach besser Volksverhetzer heißen sollte, ist einer der lügenhaftesten Blogs, die ich kenne. Er wird unter anderem von Facebook und Microsoft finanziert — das erklärt einiges — und bekam 2019 einen deutschen Medienpreis, den „Goldenen Blogger“. Armes Deutschland.

Warum wird über Schweden in den deutschen Mainstream-Medien derart unehrlich berichtet? Nun, angenommen, der schwedische Corona-Weg würde sich trotz des ganzen permanenten Schwedenbashings doch als richtig herausstellen, dann würde man damit zugeben, dass der deutsche Umgang mit Corona falsch war. Dann müsste man auch zugeben, dass die allermeisten panikschürenden Berichte zu Corona falsch oder irreführend waren. Das würde doch einige sehr unangenehme Fragen zu den deutschen Leitmedien und der deutschen Politik aufwerfen.

Vergleich der Wirtschaftsentwicklung in Deutschland und Schweden

Werfen wir nun einen Blick auf die ökonomische Entwicklung in Schweden und Deutschland. Die deutsche Wirtschaft schrumpfte im zweiten Quartal 2020 um 11,3 Prozent, die schwedische um 7,7 Prozent. Im ersten Quartal 2020 ging die deutsche Wirtschaft gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Prozent, zurück, die schwedische wuchs um 0,7 Prozent (Stand 14. Oktober 2020).

Im ersten Halbjahr gab es in Deutschland also eine Wirtschaftsschrumpfung um 6,75 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in Schweden um 3,5 Prozent. Die deutsche Wirtschaftsleistung schrumpfte also beinahe doppelt so stark wie die Schwedens. Das ist kein Zufall. Die staatlichen Zwangsmaßnahmen und Zwangsschließungen waren in Schweden nicht annähernd so rigoros wie bei uns, ganz zu schweigen vom Aushebeln der Menschenrechte und des Grundgesetzes in Deutschland.

Dazu kommt: Deutschland pumpt ungleich mehr schuldenfinanziertes Staatsgeld in die Wirtschaft als Schweden. Die Ratingagentur Fitch rechnet im Jahr 2020 mit einem Anstieg der deutschen Staatsschulden um 14 Prozentpunkte vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) und einem weiteren Anstieg des Schuldenberges 2021. In Schweden sollen die Staatsschulden laut Fitch 2020 um 11 Prozentpunkte vom BIP steigen, aber 2021 bereits wieder sinken. Deutschland betreibt demnach deutlich mehr Konjunkturstimulation der Wirtschaft als Schweden.

Schuldenfinanzierte Staatsausgaben, sogenanntes Deficit Spending, bewirken normalerweise einen Anstieg des Sozialproduktes ungefähr in Höhe des Defizits, weil sie unmittelbar die Nachfrage ankurbeln. Obwohl also Deutschland eine deutlich stärkere schuldenfinanzierte Politik der Wirtschaftsankurbelung betreibt und pro Kopf deutlich mehr Geld in die Wirtschaft pumpt als Schweden, ist der Wirtschaftseinbruch fast doppelt so stark wie der in Schweden. In Wirklichkeit — unter Einbeziehung der Konjunkturpolitik — ist also die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland noch erheblich schlechter als die offiziellen Zahlen bisher ausweisen und viel schlechter als die in Schweden. In Wirklichkeit dürfte die deutsche Wirtschaft im ersten Halbjahr 2020 mehr als doppelt so stark abgestürzt sein wie die schwedische.

Dr. Marc Beise, seit 2007 Mit-Leiter der SZ-Wirtschaftsredaktion, schrieb am 24. August 2020 bei einem Vergleich von Schweden und Deutschland:

„Da liegt die Frage nahe, ob sich der (sehr viel weniger restriktive schwedische Corona-) Kurs wenigstens wirtschaftlich gelohnt hat? Die Antwort ist ebenso interessant wie desillusionierend, sie lautet: Leider nicht einmal das. Die ökonomischen Kosten sind in beiden Ländern praktisch gleich.“

Diese Aussagen des Süddeutschen-Chefjournalisten Dr. Marc Beise sind eine Verdrehung der Tatsachen und meiner Meinung nach schlichtweg eine Lüge, also eine bewusste Verdrehung der Wahrheit, um das gängige Narrativ der Süddeutschen Zeitung zu Schwedens und Deutschlands Corona-Politik aufrechterhalten zu können. Ich halte das für hochgradig verantwortungslosen Journalismus von Dr. Marc Beise.

Am 5. August 2020 veröffentlichte der staatliche Deutschlandfunk einen Artikel, in dem es heißt:

„Schweden verzeichnet trotz lockerer Corona-Maßnahmen einen mit Deutschland vergleichbaren Wirtschaftseinbruch.“

Auch das stimmt schlichtweg nicht mit den Tatsachen überein, sondern ist eine objektive Unwahrheit und meiner Meinung nach eine Lüge, also eine bewusste Falschdarstellung. Der deutsche Staatssender soll meiner Meinung nach die deutsche Regierungspolitik rechtfertigen, und zwar offenbar um jeden Preis, auch um den Preis der Wahrheit. Nun muss man von einem Staatssender nicht erwarten, dass er anderes als Hofberichterstattung betreibt. Das macht diese Art von weisungsgebundenem Gefälligkeitsjournalismus, wie wir ihn praktisch in allen Staatsmedien, allen voran ARD und ZDF, seit Monaten häufig erleben, nicht besser oder gar vertrauenswürdiger.

Fazit

Angesichts der derzeitigen Corona-Hysterie in den deutschen Leitmedien, der deutschen Politik und der Bevölkerung wäre ein Blick auf Schweden mehr als hilfreich. Der schwedische Umgang mit Corona ist auf so ziemlich allen Gebieten dem deutschen weit überlegen. Die deutsche Corona-Politik ist, verglichen mit der schwedischen, ein Desaster und eine Sackgassenpolitik — vor allem ökonomisch. Die Berichterstattung zu Corona in den deutschen Massenmedien ist geradezu verantwortungslos einseitig, unehrlich und von großer Arroganz geprägt. Lasst uns endlich zu mehr Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Bescheidenheit in den deutschen Mainstream-Medien und der deutschen Politik kommen! Lasst uns den Hochmut überwinden.

Lasst uns von Schweden lernen!
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Rubikon

 

 

Der Rachefeldzug
John Pilger berichtet dem australischen Arena Magazine von den menschenunwürdigen Haft- und Prozessbedingungen im Verfahren gegen Julian Assange
von John Pilger und Timothy Erik Ström bei Rubikon

 

„Ich glaube, ich verliere den Verstand“, sagte Julian Assange seinem Freund, dem australischen Journalisten und Dokumentarfilmer John Pilger, als dieser ihn in seiner Gefängniszelle besuchte. Und verwunderlich wäre das nicht. Die Bedingungen, unter denen das Auslieferungsverfahren gegen den WikiLeaks-Gründer in Großbritannien stattfindet, sprechen allen Vorstellungen von fairer Justiz Hohn. Verfahrensregeln werden außer Kraft gesetzt, die Würde des Gefangenen wird auf schockierende Weise verletzt und wie in einem in Diktaturen üblichen Schauprozess scheint das Urteil schon von Anfang an festzustehen. Was hier abläuft, so Pilger, ist kein ordentliches Gerichtsverfahren mehr, es ist ein Vernichtungsfeldzug gegen einen missliebigen politischen Gegner. Selbst gegenüber einem Schuldigen wären diese Haft- und Prozessbedingungen eine Schande — erst recht sind sie es gegenüber einem Mann, der der Weltöffentlichkeit mit der Aufdeckung schwerer Kriegsverbrechen einen großen Dienst erwiesen hat.

 

Timothy Erik Ström: Als direkter Beobachter von Assanges Prozess, wie würden Sie die Atmosphäre im Gerichtssaal beschreiben?

John Pilger: Die vorherrschende Atmosphäre war schockierend. Ich sage das, ohne zu zögern: Ich habe in vielen Gerichtsverhandlungen gesessen und selten eine solche Korrumpierung der Verfahrensregeln erlebt; das hier hatte mehr mit Rache zu tun. Das mit „britischer Justiz“ verbundene Ritual fehlte ganz, das Prozedere erinnerte stellenweise an einen stalinistischen Schauprozess.

Ein Unterschied ist aber, dass in diesen Schauprozessen der Angeklagte mitten im Gerichtssaal stand. In dem Prozess gegen Assange war der Angeklagte hinter dickem Glas eingesperrt, und wenn er mit seinen Anwälten kommunizieren wollte, musste er, unter den Augen seines Wächters, auf Knien zu einem offenen Schlitz im Glas kriechen. Die Nachricht, die dann ganz leise durch die Atemschutzmasken geflüstert wurde, wurde tatsächlich aufgeschrieben und über die Länge des Saales zu den vorn sitzenden Anwälten durchgereicht, die gegen seine Auslieferung in eine amerikanische Gefängniszelle kämpfen.

Stellen Sie sich den folgenden Tagesablauf von Julian Assange vor, eines Australiers, der für wahrheitsgetreuen Journalismus vor Gericht steht. Er wird um fünf Uhr in seiner Zelle geweckt, einer Zelle des Belmarsh-Gefängnisses in den öden südlichen Vorstädten von London. Als ich Julian das erste Mal sah, nachdem ich eine halbe Stunde lang durch Sicherheitschecks hatte gehen müssen, inklusive einer Hundeschnauze, die meine Rückseite untersuchte, fand ich eine sehr dünne Figur vor, alleine sitzend mit einem gelben Armband. Er hatte in ein paar Monaten 10 Kilo abgenommen, seine Arme hatten keine Muskeln. Seine ersten Worte waren: „Ich glaube, ich verliere den Verstand.“ Ich versuchte, ihn des Gegenteils zu versichern. Seine Widerstandskraft und sein Mut sind beeindruckend, aber nicht unbegrenzt.

Das war vor über einem Jahr. In den letzten drei Wochen wurde er, noch vor dem Morgengrauen, leibesvisitiert, mit Handschellen gefesselt und für den Transport ins Gericht vorbereitet, in einem Fahrzeug, das seine Partnerin, Stella Moris, als hochkant gestellten Sarg beschreibt. Es gab ein kleines Fenster, das man nur im unsicheren Stand erreichen konnte, um hinauszusehen. Fahrzeug und Wachpersonal gehören der Firma Serco, einer der vielen politisch wohlvernetzten Firmen, die Boris Johnsons Großbritannien am Laufen halten.

Die Fahrt zum Gerichtsgebäude namens Old Bailey dauerte mindestens anderthalb Stunden. Das bedeutete am Tag mindestens drei Stunden Holperei durch den Kriechverkehr. Julian wurde zu seinem engen Käfig im hinteren Teil des Gerichtssaales geführt. Dort hob er den Blick und versuchte blinzelnd, durch das reflektierende Glas die Gesichter auf der Besuchergalerie zu erkennen. Er sah die wohlgekleidete Figur seines Vaters, John Shipton, und mich. Unsere Fäuste gingen hoch. Durch das Glas suchte er Fingerkontakt mit Stella, die Anwältin ist und ihren Sitzplatz mitten im Gericht hatte.

Wir waren hier für das extremste dessen, was der Philosoph Guy Debord die „Gesellschaft des Spektakels“ nannte: ein Mann, der um sein Leben kämpft. Doch sein Verbrechen besteht darin, der Öffentlichkeit einen heldenhaften Dienst erwiesen zu haben, nämlich publik zu machen, was wir ein Recht haben zu wissen: die Lügen unserer Regierungen und die Verbrechen, die sie in unserem Namen begehen. Seine Erfindung von WikiLeaks mit dessen hunderprozentigem Quellenschutz hat den Journalismus revolutioniert und ihn der Vision der Idealisten angenähert. Edmund Burkes Idee eines freien Journalismus als vierte Gewalt ist nun eine fünfte Gewalt geworden, die diejenigen scharf beleuchtet, die mit ihrer kriminellen Geheimniskrämerei der Demokratie selbst schaden und Abbruch tun. Deshalb ist Assanges Bestrafung so extrem.

Die schiere Voreingenommenheit der Gerichte, in denen ich in diesem und dem letzten Jahr gesessen habe, in Verhandlungen über Julian, spricht jeder Vorstellung von britischer Justiz Hohn. Nachdem die Polizei ihn aus dem Asyl der ecuadorianischen Botschaft davongeschleift hatte — auf dem Foto sieht man ihn ein Buch von Gore Vidal umklammern; Assange hatte einen ähnlichen politischen Humor wie Vidal —, verurteilte ein Richter ihn zu ungeheuerlichen 50 Wochen Haft in einem Hochsicherheitsgefängnis — für die bloße Verletzung von Kautionsauflagen.

Monatelang bekam er keine körperliche Bewegung und musste, unter dem Vorwand der Gesundheitsvorsorge, in Einzelhaft bleiben. Er erzählte mir einmal, dass er, an der Längsseite seiner Zelle vor- und zurücktigernd, einen halben Marathonlauf absolviert hatte. In der nächsten Zelle befand sich ein Mensch, der die ganze Nacht über schrie.

Zuerst verweigerte man ihm seine Lesebrille, die bei der brutalen Festnahme in der Botschaft zurückgeblieben war. Man verweigerte ihm die juristischen Dokumente, um seinen Fall vorzubereiten, ebenso den Zugang zur Gefängnisbibliothek und die Benutzung eines einfachen Laptop-Computers. Bücher, die ihm ein Freund schicken wollte — der Journalist Charles Glass, ein Überlebender des Geiseldramas von Beirut —, wurden zurückgeschickt. Er konnte nicht mit seinen amerikanischen Anwälten telefonieren. Er wurde von den Gefängnisbehörden ständig unter Medikamente gesetzt. Ich fragte ihn, was für Medikamente — er wusste es nicht. Der Gefängnisdirektor von Belmarsh ist Träger der Auszeichnung „Order of the British Empire“.

Im Old Bailey war es die medizinische Sachverständige Dr. Kate Humphrey, eine klinische Neuropsychologin am Imperial College zu London, die den Schaden beschrieb: Julians Intellekt, der früher im oberen oder wahrscheinlich obersten Rand der Verteilung lag, ist „signifikant unter“ dieses optimale Niveau gefallen, bis hin zu dem Punkt, wo er kaum noch neue Information verarbeiten kann und im „Bereich des unteren Durchschnitts“ abschneidet.

Das ist das, was Professor Nils Melzer, der spezielle UN-Berichterstatter für Folter, als „psychologische Folter“ bezeichnet, das Resultat eines bandenartigen Mobbings seitens der Regierungen und ihrer medialen Helfer. Ein Teil der medizinischen Evidenz, die von den Sachverständigen geboten wurde, ist so schockierend, dass ich sie hier nicht wiedergeben werde. Es mag genügen zu sagen, dass Autismus — ein Asperger-Syndrom — diagnostiziert wurde, und es besteht — nach Aussage von Professor Michael Kopelmann, einem der führenden Neuropsychiater der Welt — eine fixe suizidale Neigung, die im Falle einer Auslieferung an die USA wahrscheinlich zum Suizid führen wird.

James Lewis QC (das QC steht für „Queens Counsel“, ein staatlich verliehener Ehrentitel für Anwälte, Anmerkung des Übersetzers), Amerikas britischer Strafverfolger, nutzte den größten Teil seines Kreuzverhörs mit Professor Kopelmann dazu, Geisteskrankheit und ihre Gefahren als „Simulation“ erscheinen zu lassen. Ich habe noch nie in einem modernen Rahmen derart primitive Ansichten über menschliche Zerbrechlichkeit und Verwundbarkeit zu hören bekommen.

Meine eigene Einschätzung ist, dass Assange, wenn er freigesprochen wird, gute Chancen hat, einen wichtigen Teil seines Lebens zurückzuerobern. Er hat eine liebende Partnerin, treue Freunde und Verbündete und die immanente Stärke eines von Prinzipien geleiteten politischen Gefangenen. Hinzu kommt sein Sinn für schwarzen Humor.

Aber das scheint nun in weiter Ferne zu liegen. Die Momente unausgesprochener Einigkeit zwischen der Richterin — einer gothisch anmutenden Beamtin namens Vanessa Baraitser, über die nicht viel bekannt ist — und der für das Trump-Regime arbeitenden Strafverfolgung waren schamlos. Mit Ausnahme der letzten Tage wurden alle Einsprüche der Verteidigung routinemäßig abgeschmettert. Der Chefankläger und zurzeit höchster Richter auf den Falklandinseln, James Lewis QC, kriegt im Großen und Ganzen seinen Willen, zum Beispiel ein Zeitbudget von bis zu vier Stunden, um sachverständige Zeugen zu zerpflücken, während die Kreuzverhöre der Verteidigung nach einer halben Stunde abgebrochen werden. Ich habe keinen Zweifel: Wenn es eine Jury gäbe, würde Julian freigesprochen.

Der Dissident und Künstler Ai Weiwei kam eines Morgens zu uns auf die Besuchergalerie. Er bemerkte, in China würde das Urteil längst feststehen. Dies führte bei uns zu einer Welle von schwarzer Ironie. Mein Nachbar in der Galerie, der scharfsinnige Blogger und britische Ex-Botschafter Craig Murray, schrieb:

„Ich fürchte, dass jetzt über ganz London ein schwerer Regen auf alle die niedergeht, die ein Leben lang in den Institutionen der liberalen Demokratie gearbeitet haben und sich zumindest üblicherweise ungefähr im Rahmen ihrer eigenen verkündeten Prinzipien bewegten. Es war mir vom ersten Tag an klar, dass ich Zeuge einer Farce sein würde.

Es überrascht mich kein bisschen, dass Baraitser nicht glaubt, irgendetwas außer den schriftlich fixierten Anklagepunkten sei von Belang. Wie ich immer wieder berichtet habe, bringt sie, wenn gerichtliche Entscheidungen zu treffen sind, diese schriftlich vorformuliert mit in den Saal, bevor sie sich die Argumente dazu anhört.

Ich habe den deutlichen Eindruck, dass auch das Urteil in diesem Falle schon feststand, bevor die Anklage verlesen wurde.

Der Plan der US-Regierung ist es von Anfang an gewesen, die öffentlich zugängliche Information zu limitieren und auch den zugänglichen Teil von den breiten Massen fernzuhalten. Aus diesem Grunde erleben wir die extremen Zugangsbeschränkungen — sowohl für physischen Zugang als auch für den Zugang zum Videostream. Mit im Boot sitzen die Mainstreammedien und sorgen dafür, dass nur die wenigsten Menschen in der Bevölkerung wissen, was vor sich geht.“

Es gibt nur wenige Aufzeichnungen des Verfahrens. Dazu gehören: Craig Murrays persönlicher Blog, Joe Laurias Live-Berichterstattung auf consortiumnews.com und der World Socialist Web Site wsws.org. Der Blog des amerikanischen Journalisten Kevin Gosztola, shadowproof.com, den er überwiegend selbst finanziert, hat mehr über die Verhandlung berichtet als die großen Presse- und Fernsehkanäle der USA, inklusive CNN, zusammen.

In Assanges Heimatland Australien folgt die „Berichterstattung“ einer bekannten Formel aus Übersee. Die Londoner Korrespondentin des Sydney Morning Herald, Latika Bourke, schrieb vor Kurzem dies:

„Das Gericht erfuhr, Assange sei in den sieben Jahren in der ecuadorianischen Botschaft depressiv geworden, in der er politisches Asyl suchte, um der Auslieferung nach Schweden zu entgehen, wo er wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung gesucht wurde.“

Es gab in Schweden kein Verfahren wegen „Vergewaltigung und sexueller Nötigung“. Bourkes nachlässiger Fehler ist alles andere als selten. Wenn dies der politische Prozess des Jahrhunderts ist — und es sieht danach aus —, dann wird er nicht nur das Schicksal eines Journalisten, der seinen Job gemacht hat, besiegeln, sondern auch, auf dem Wege der Einschüchterung, gegen die Prinzipien von Presse- und Meinungsfreiheit selbst vorgehen. Das Fehlen von seriöser Mainstream-Berichterstattung über den Prozess ist — um das Mindeste zu sagen — selbstdestruktiv. Die Journalisten sollten sich fragen, wer wohl als Nächster drankommt.

Wie erbärmlich das alles ist: Vor 10 Jahren nutzte der Guardian Assanges Arbeit aus, erzielte dafür Profit und Preise und einen lukrativen Vertrag mit Hollywood und wandte sich dann mit giftigem Angriff gegen Assange.

Zwei Namen wurden während des gesamten Verfahrens im Old Bailey immer wieder von der Anklage zitiert: David Leigh vom Guardian, jetzt im Ruhestand als „investigativer Redakteur“, und der russophobe Luke Harding, Autor einer fiktionalen „Exklusivmeldung“ des Guardian, in der er behauptete, der Trump-Berater Paul Manafort hätte, zusammen mit einer Gruppe von Russen, Assange in der ecuadorianischen Botschaft besucht.

Das ist nie passiert, und der Guardian hat sich noch nicht entschuldigt. Das Buch, das Harding und Leigh über Assange — hinter dessen Rücken — geschrieben haben, verriet ein geheimes Passwort zu einer WikiLeaks-Datei, das Assange ihnen in der Zeit der „Partnerschaft“ mit dem Guardian anvertraut hatte.

In diesem Buch wird auch Assange zitiert, wie er bei einem Abendessen in einem Londoner Restaurant gesagt haben soll, es sei ihm egal, ob die Informanten, deren Namen in den Leaks (1) genannt werden, dadurch zu Schaden kämen. Weder Harding noch Leigh waren bei dem Abendessen dabei. John Goetz, ein Investigativreporter des Spiegel, war dabei und sagte aus, dass Assange nichts Derartiges gesagt habe. Unerklärlicherweise stoppte Richterin Baraitser Goetz, bevor er diese Aussage vor Gericht wiederholen konnte.

Trotzdem ist es der Verteidigung gelungen darzulegen, in welchem Ausmaß Assange in den von WikiLeaks veröffentlichten Dateien die Namen von Informanten geschützt und unkenntlich gemacht hat und dass kein Fall bekannt ist, in dem die Leaks (1) einer Person nachweislich geschadet hätten. Der Whistleblower Daniel Ellsberg weiß von 15.000 Dateien, die Assange persönlich redigiert hat. Der renommierte neuseeländische Journalist Nicky Hager, der mit Assange an den Leaks (1) zum afghanischen und irakischen Krieg arbeitete, beschrieb, wie Assange „mit außerordentlicher Sorgfalt die Namen von Informanten redigierte“.

Welche Folgen wird das Urteil in diesem Verfahren für den Journalismus allgemein haben — ist es ein Omen für die Zukunft?

Der „Assange-Effekt“ ist jetzt schon rund um die Welt wahrnehmbar. Investigativjournalisten, die das Regime in Washington verärgern, müssen mit Verfolgung unter dem „US Espionage Act“ von 1917 rechnen, sobald es den Präzedenzfall gibt. Es spielt keine Rolle, wo du bist. Für Washington spielte die Nationalität und Souveränität anderer Leute schon bisher kaum eine Rolle, nun existiert dieser Faktor überhaupt nicht mehr. Großbritannien hat seine Jurisdiktion de facto dem korrupten Justizministerium Trumps unterstellt. In Australien gibt es jetzt einen „National Security Information Act“, der bei Übertretungen kafkaeske Gerichtsverhandlungen erwarten lässt.

Die Australian Broadcasting Corporation wurde von einer Polizeirazzia heimgesucht, bei der die Computer von Journalisten beschlagnahmt wurden. Die Regierung verlieh Vertretern der Geheimdienste nie dagewesene Befugnisse, die journalistische Enthüllungen fast unmöglich machen. Premierminister Scott Morrison bemerkte, Assange müsse sich nun „der Musik“ stellen. Die Banalität dieser Aussage bringt deren perfide Grausamkeit erst richtig zur Geltung.

„Das Böse“, schrieb Hannah Arendt, „kommt von fehlendem Denken. Es trotzt dem Denken, denn sobald das Denken das Böse zu verstehen sucht und die Prämissen und Prinzipien, die ihm zugrundeliegen, wird es frustriert, weil es da nichts findet. Das ist die Banalität des Bösen.“

Nachdem Sie die Geschichte von WikiLeaks über eine Dekade lang verfolgt haben, wie hat dies Ihr Verständnis davon beeinflusst, was in dem Verfahren von Assange auf dem Spiel steht?

Ich kritisiere seit Langem den Journalismus als ein Echo von unkontrollierter Macht und als Verstärker der jeweiligen Trendsetter. Deshalb war für mich die Entstehung von WikiLeaks so entscheidend. Ich bewunderte Assanges Art, der Öffentlichkeit mit Respekt zu begegnen. Er war bereit, mit dem „Mainstream“ zusammenzuarbeiten, aber nicht, ihrem verschworenen Club beizutreten. Dies, zusammen mit nacktem Neid, verschaffte ihm Feinde unter den Überbezahlten und Unbegabten, die mit ihrer angeblichen Unabhängigkeit und Überparteilichkeit auf dünnem Eis stehen.

Mir imponierte die moralische Dimension von WikiLeaks. Assange wurde selten danach gefragt, aber viel von seiner bemerkenswerten Energie speist sich aus der moralischen Überzeugung, dass Regierungen und andere bevollmächtigte Instanzen nicht hinter den Mauern der Geheimhaltung operieren sollten. Er ist ein Demokrat. Er erklärte dies bei einem unserer ersten Interviews, im Jahr 2010 bei mir zu Hause.

Was für den Rest von uns auf dem Spiel steht, war immer schon bedroht: die Freiheit, Rechenschaft von den Autoritäten zu fordern, sie infrage zu stellen, ihnen Heuchelei nachzuweisen, anderer Meinung zu sein. Was sich bis heute geändert hat, ist, dass die imperiale Weltmacht USA noch nie so unsicher bezüglich ihrer metastasierenden Autorität war wie heute. Wie ein um sich schlagender Schurke steuert sie mit uns auf einen Weltkrieg zu, wenn wir es zulassen. Nur selten wird diese Bedrohung in den Medien reflektiert.

WikiLeaks hingegen hat uns einen Einblick gegeben in den ungezügelten Marsch des Imperiums durch ganze Gesellschaften — denken Sie nur an das Gemetzel im Irak, in Afghanistan, Libyen, Syrien, dem Jemen, denken Sie an die Vertreibung von 37 Millionen Menschen und den Tod von 12 Millionen Männern, Frauen und Kindern, die der „Krieg gegen den Terror“ gekostet hat. Das meiste davon geschah verborgen hinter einer täuschenden Fassade.

Julian Assange stellt für diesen periodisch wiederkehrenden Horror eine Bedrohung dar — das ist der Grund, warum er verfolgt wird, warum ein Gericht zum Unterdrückungswerkzeug geworden ist, warum er unser kollektives Gewissen sein sollte, warum wir alle diese Bedrohung darstellen sollten.

Das Urteil wird am 4. Januar bekannt gegeben.

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Reserve

 

Das Imperium

Die Muster der USA, EU und NATO sind gleich.
Sie fordern von freien, souveränen Staaten und andere Kulturen Werte des Imperiums zu übernehmen und einzuhalten.
Sie predigen Demokratie, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Frieden und sind genau das Gegenteil.
Sie nötigen, unterwerfen, sanktionieren freie, souveräne Länder und werfen deren Bürger und Völker in Chaos und Armut, wenn das noch nicht reicht, wird bombardiert und geplündert.
Sie wollen die alleinige Weltherrschaft, mit einem von Zionisten geführtem Machtzentrum.

Bleibt wachsam, klärt eure Kinder und Kindeskinder auf und schützt sie!

 

 

 

 

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